Qualifikation

Meine Qualifikation als Mediator ergibt sich aus einer gründlichen Ausbildung in Theorie und Pra­xis in Verbindung mit zahlreichen Publikationen, Lehrveranstaltungen und Vorträgen sowie aus praktischen Erfahrungen während meiner mehrjährigen Tätigkeit als Gerichtsmediator.

Zugang zu den Erkenntnissen der Rechts- und Sozialpsychologie über Verhandeln erhielt ich vor allem in der langjährigen interdisziplinären Zusammenarbeit mit Prof. Günter Bierbrauer, PhD, Uni­versität Osnabrück. In Verhandlungsseminaren von Prof. Dr. Haft (1992), Dr. Ponschab (1994) und Dr. Ponschab/Egger (1995) konnte ich das Wissen und die Fertigkeiten - auch aus der Sicht des neutralen Dritten - fundieren.

In meinen Veröffentlichungen habe ich mich mit der einschlägigen Literatur auseinandergesetzt, die Grundlagen rationalen Verhandelns vermittelt und die Möglichkeiten von Mediation im deut­schen Rechtssystem, insbesondere im Verwaltungsrecht, behandelt. Universitäre Lehrveranstal­tungen sowie Vorträge haben mein eigenes Wissen durch den Dialog mit den Hörern vertieft.

Als Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Berlin habe ich meine richterliche Verhandlungs­führung – vor allem in Baurechtsstreitigkeiten – durch die Erkenntnisse der „Verhandlungspsycho­logie“ verbessern können. Daneben habe ich in den Jahren 2000 bis 2003 zusätzlich als richterli­cher Mediator Fälle, die nicht in meine Zuständigkeit fielen, bearbeitet. Von Oktober 2003 bis Okto­ber 2006 war ich dann im Rahmen des Pilotprojekts Gerichtsmediation am Verwaltungsgericht Berlin zu 100 % von Rechtsprechungsaufgaben freigestellt und ausschließlich als Mediator tätig. In dieser Zeit habe ich rund 300 Streitsachen zugewiesen bekommen und etwa 280 Sachen als Me­diator mit einer Einigungsquote von 75 % bearbeitet; eingeschlossen waren 20 Streitsachen des OVG Berlin-Brandenburg, davon mehrere Normenkontrollsachen.

Einige praktische Fälle aus dieser Zeit habe ich publiziert; dabei habe ich den Mehrwert von Me­diation gegenüber der üblichen richterlichen Streitbehandlung (Entscheidung, Vergleich) herausge­arbeitet. Als „Referenzen“ sei auf folgende Fälle hingewiesen:

1. Die reduzierte Strahlentherapie.

2. Die Stiftung.

3. Die Fällgenehmigung.

4. Der Lagerplatz.

5. Die umgesetzte Lehrerin

6. Das Straßenreinigungsentgelt für konfessionelle Friedhöfe.

7. Der behinderte Schüler

Seit meiner Pensionierung habe ich Mediationen in den verschiedensten Rechtsgebieten – mit nahezu 100%igem Erfolg – durchgeführt und mich weiterhin fortgebildet. Außerdem war ich Vorsitzender eines Schiedsgerichts, das mit Haftungsproblemen im Zusammenhang mit der Bauleitplanung befaßt war. In einem immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren habe ich den Erörterungstermin als externer Verhandlungsleiter durchgeführt (s. NVwZ 2012, 17). Für eine Stadt mit komplexen Interessengegensätzen bin ich als Mediator auf der Grundlage des § 4 b BauGB tätig.